
Selbstvertrauen ist kein Zustand. Es ist eine Entscheidung.
Ich war nervös vor einem Coaching-Termin. Nicht dramatisch nervös – aber ungewohnt nervös, obwohl ich die Teilnehmerin bereits kannte.
Zwei Gedanken beschäftigten mich: Sie wirkte sehr direkt, sehr klar – würde ich ihr fachlich und menschlich gerecht werden? Und der Rahmen war kürzer als ich es gewohnt bin – würde das reichen, um wirklich etwas zu bewegen?
Beides sind legitime Fragen. Aber im Nachhinein betrachtet waren es keine Fragen über die Situation – sondern über mich.
Was dann passierte
Der Termin verlief sehr gut. In dem Moment, als ich merkte, dass meine Impulse etwas in Bewegung setzten, dass meine Vorbereitung Ansatzpunkte geliefert hatte und sie dankbar aufnahm was ich einbrachte – war die Unruhe weg.
Nicht weil ich mich beruhigt hatte. Sondern weil die Situation mir zurückgespiegelt hatte: Du hast das.
Und ich dachte: Natürlich. Das war eigentlich immer so.
Die eigentliche Frage
Was mich danach beschäftigt hat, war nicht der Termin selbst – sondern warum ich mich überhaupt verunsichert hatte. Ich hatte in der Vorbereitung zu viel nachgedacht. Szenarien durchgespielt, Lücken gesucht – und dabei vergessen, was bereits da ist: mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung, Menschenkenntnis, ein klares Konzept.
Selbstvertrauen ist kein Zustand, den man dauerhaft besitzt. Es entsteht in echten Momenten – wenn man sich der eigenen Erfahrung überlässt, statt sie vorher kleinzureden.
Das kennen viele
Nicht unbedingt vor einem Coaching-Termin – aber vor dem ersten wichtigen Kundengespräch, vor einer Präsentation, vor einem Gespräch das über etwas Wesentliches entscheidet.
Dieser innere Dialog kurz vorher: Bin ich gut genug dafür? Was, wenn es nicht reicht?
Oft ist das kein realistisches Urteil über die eigenen Fähigkeiten. Es ist ein Reflex. Der Reflex, sich in wichtigen Momenten zu verkleinern – bevor jemand anderes es tut.
Was hilft, ist keine Motivationsformel. Es ist etwas Schlichteres: das bewusste Zurückgreifen auf das, was bereits da ist. Wissen. Erfahrung. Vorbereitung. Bauchgefühl.
Vorbereitung gibt Orientierung, keine Garantien
Meine Vorbereitung hat mir geholfen – nicht weil sie alle Unsicherheit ausgeschlossen hätte, sondern weil sie mir gezeigt hat: Ich habe Ansatzpunkte. Ich gehe nicht ins Leere.
Den Rest übernimmt die Situation – wenn man ihr vertraut.
Was ich mitnehme
Nervosität vor wichtigen Momenten lese ich seitdem anders. Nicht als Signal, dass etwas fehlt – sondern als Zeichen, dass mir etwas wichtig ist.
Mein Wissen und meine Erfahrung verschwinden nicht, nur weil ich gerade unsicher bin. Sie sind da. Sie tragen mich durch solche Momente – das haben sie immer getan.
Selbstvertrauen entsteht nicht dadurch, dass man keine Zweifel hat. Es entsteht dadurch, dass man sich trotz Zweifel auf das verlässt, was man wirklich kann.
Solche Momente begleiten mich regelmäßig in meiner Arbeit als Coach – mit Gründer:innen, aber auch mit Menschen in beruflichen Übergängen. Wenn du das Gefühl kennst, vor wichtigen Momenten an dir zu zweifeln, obwohl du eigentlich weißt was du kannst – dann lass uns sprechen. Ein erstes Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.
